Rückzug – neue Wege gehen

Zugegeben, die Perspektive für dieses Bild habe ich bewusst gewählt, um den Umfang meines Bauches zu demonstrieren. Aber ehrlich, er ist wirklich gigantisch – sowohl von vorne als auch seitlich. Ich wurde sogar mal gefragt: Oh, wie schön. Zwillinge oder?

Ich befinde mich Ende der 38SSW, bekomme kaum noch Luft, bewege mich wie ein Nilpferd, brauche für alle Tätigkeiten bis zu 10 mal so lange, bin geplagt von Sodbrennen, habe viel Wassereinlagerungen, komme in 8 Stunden, zu etwa 4 -5 Stunden Schlaf pro Nacht und fühle mich einsam – das und noch viel mehr, sind meine Schwangerschaftsbeschwerden. 

Diese erschweren mir zur Zeit, die organisatorischen und administrativen Tätigkeiten von Wokip weiterhin ausüben zu können. Neben dem Marketing, kümmere ich mich darum, die Homepage stets aktuell zu halten, sowie um die Bearbeitung der Emails und um die Organisation & Abwicklung unserer Lokalitäten, der Pädagogen und Assistenten. Also im Prinzip bin ich für alles, außer die Betreuung der Kinder Vorort verantwortlich. Sicherlich könnte ich Aufgaben aufteilen, doch ich bin ein Perfektionist. Um diese anderen übertragen zu können, muss zuvor jedes kleinste Detail ausgearbeitet und getestet werden.

Zugegeben, ich bin eine Frau, die sich mit Aufgaben abgeben und dem Schwanger sein etwas schwer tut. Ich freue mich wirklich sehr auf unseren kleinen, großen Mann – finde es faszinierend und unglaublich, was eine Frau da überhaupt über sich ergehen lassen muss, aber auch wahnsinnig fordernd und auslaugend – v.a. wenn man bereits ein Kind hat, dieses sich gerade in der Trotzphase befindet und ebenso die neuen Umstände, sowie Veränderungen spürt.

Viele sagten: Du wirst sehen, die zweite Schwangerschaft wird einfacher, denn jetzt weißt Du ja schon was auf Dich zu kommt und kannst diese entspannter erleben. NEIN! Absolut nicht. Ich empfinde die zweite Schwangerschaft noch anstrengender – oder sagen wir gerne auch anders. Der Körper kennt sich zwar schon aus, aber ebenso ist er ja bereits in Produktion gewesen und daher ist auch alles ein bisschen verbraucht. Natürlich empfindet das jede Frau anders – aber aus meiner Sicht, finde ich es anstrengender. Ich habe um 10 kg mehr zugenommen, als bei der letzten Schwangerschaft, habe viel mehr Fruchtwasser – weshalb mein Bauch eine gigantische Dimension angenommen hat und Schmerzen – seit etwa 3 Wochen plagen mich bereits Kontraktionen (Vorwehen) und starke Rückenschmerzen – der Bauch ist mittlerweile so gigantisch, dass er regelrecht meine Lunge erdrückt – zumindest fühlt es sich so an, wenn ich zu Bett gehe und schlafen möchte. Aufgrund dessen, ist schlafen zur Zeit ein leidiges Thema. 

All diese Beschwerden hatte ich bei der ersten Schwangerschaft nicht. Bis zur Geburt konnte ich stets gut schlafen, der Bauch war für mich absolut kein Hindernis. Ich jammerte ebenso, wegen der Gewichtszunahme, den starken Wassereinlagerungen und meiner schlechten Haut – schon damals empfand ich das Schwangersein als eine Tortur und habe da erstmals all die Mütter/werdenden Mütter dieser Welt bewundert – v.a. Jene, welche die üblichen Beschwerden einfach mit Links weg stecken oder akzeptieren und lieben lernen.

Natürlich bin ich dieses Mal anders belastet: Ich kam vom Stillen direkt ins Schwanger sein, habe bereits ein Kind, machte nicht annähernd so viel Sport wie vor meiner ersten Schwangerschaft, habe dieses Mal nicht allzu gut auf meine Ernährung geachtet und bekomme ein Kind im Hochsommer/Spätsommer. All dies sind Faktoren die die Schwangerschaft und später die Geburt erschweren.

Doch ich würde so oder so jammern! Denn ich bin der Typ Mensch, welcher seine Emotionen ausleben muss. Es klingt jetzt vielleicht eigenartig, aber ich habe bemerkt, dass ich meine Tiefen auskosten muss, um jedes Hoch in vollen Zügen genießen zu können. Denn es sind die kleinen Dinge im Leben, die uns große Freude bereiten – wie z.B. das erste Treten Deines Kindes im Bauch oder die Momente der Vorfreude: Babygewand waschen und einsortieren, das Bett vorbereiten und die Tasche für die Geburt packen. All diese kleinen Augenblicke schenken viel Kraft und Glücksgefühle, sodass selbst der schwerste Weg ein schöner sein kann!

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